Das richtige Content-Team zusammenstellen



Eine langfristig angelegte Content-Strategie kann nur mit einer eigenen Content-Abteilung effektiv umgesetzt werden. Wie stellt man eine solche Abteilung nun zusammen? Welche Positionen und Aufgabengebiete gibt es überhaupt?

In diesem Artikel geben wir die Antworten darauf und orientieren uns an einer Ausarbeitungen des Content Marketing Instituts. Im nächsten Artikel gleichen wir sie dann mit unseren eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet ab.

Im Content-Marketing kommt der Erfolg in der Regel nicht kurzfristig – darauf hat der bekannte SEO-Experte Rand Fishkin schon vor längerer Zeit hingewiesen. Seine Worte vom „White-Board-Friday“ haben vielleicht Gehör gefunden, denn unter den Unternehmen zeichnet sich ein Umschwung ab, der von der Umsetzung einzelner Content-Massnahmen weggeht. Stattdessen befasst man sich mit der Konzeption umfassender Content-Marketing-Strategien.

Eine umfassende Strategie legt bestimmte Aufgaben nahe

Macht sich ein Unternehmen Gedanken über die konkrete Umsetzung einer langfristigen Content-Strategie, kommt früher oder später die Frage nach den Mitarbeitern auf, die dafür benötigt werden. Dafür muss zuerst klar sein, welche Aufgaben für die Umsetzung einer langfristigen und erfolgreichen Content-Strategie anfallen.

1. Strategische Ausrichtung: Content-Marketing hat letztendlich immer das Ziel, das eigene Unternehmen beim Erreichen seiner Marketingziele zu unterstützen. Anhand dieser strategischen Vorgaben erstellt der Chief Content Officer (CCO) eine Content-Leitlinie für sein Team. Die Aufgabe des CCO ist zum einen, die Marketingziele des eigenen Unternehmens genau zu kennen, z.B. durch regelmässigen Austausch mit der Geschäftsführung oder dem Marketingleiter. Da die verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens ausgezeichnete Content-Quellen darstellen, organisiert er zum anderen die Zusammenarbeit zwischen Content-Abteilung und den anderen Abteilungen im Unternehmen.

2. Content-Stil: Der leitende Redakteur gibt Richtlinien für das Content-Team vor, damit die Inhalte ein einheitliches Bild abgeben (z.B. seriöser oder umgangssprachlicher Schreibstil, sind Anglizismen gewollt oder sollen sie vermieden werden usw.). Er legt auch Veröffentlichungsintervalle und –zeiten fest und auf welchen Kanälen der Content publiziert werden soll. Im Gegensatz zum CCO, der die verschiedenen Abteilungen in das Content-Marketing miteinbeziehen und mit ihnen kommunizieren soll, arbeitet der leitende Redakteur hauptsächlich mit seinem Content-Team.


Gutes Content-Marketing braucht abteilungsübergreifende Infrastrukturen (Bild: © Rawpixel-Shutterstock.com)


3. Technologische Infrastruktur: Inhalte müssen in ein Content-Management-System (CMS), wie z.B. WordPress eingepflegt, editiert und von dort veröffentlicht werden. Ein Content Producer zeichnet dafür verantwortlich, dass dieses System stets lauffähig ist und jeder Mitarbeiter weiss, wie er es bedienen muss. Das ist vor allem nach System-Updates wichtig oder falls Umstrukturierungen im Arbeitsablauf erforderlich sind, die innerhalb des gesamten Teams koordiniert werden müssen.

4. Rückkopplung der Zielgruppe pro-aktiv einholen: Die bespielten Kanäle bieten einen guten Anknüpfungspunkt zur Kommunikation mit der Zielgruppe. Ein wirklich guter Austausch, der auch nützliche Einblicke in die Interessen und Ziele der potentiellen Kunden bietet, findet aber nur dann statt, wenn er regelmässig gepflegt und aktiv angestossen wird. Dazu wird ein Verantwortlicher benötigt, der die bespielten sozialen Plattformen betreut, auf Kommentare antwortet und die Unterhaltung vertiefen kann. Dieser Horchposten wird durch die Stelle des Chief Listening Officer (CLO) abgebildet.

5. Die eigentliche Content-Erstellung: All diese Organisationsebenen dienen letztlich dazu, dass die Content-Produzenten/Content-Writer Inhalte im passenden Format erstellen können, die einem Thema gewidmet sind, das für die eigene Zielgruppe relevant ist. Darüber hinaus müssen diese Inhalte in Kampagnen eingebettet sein, die den eigenen Marketingzielen dienen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, können Texter, Grafiker, Designer und Video-Produzenten ihr Know-how mit der richtigen Ausrichtung für das Unternehmen einbringen.

Müssen alle Stellen immer besetzt werden?

Ob eine Besetzung aller dieser 5 Stellen tatsächlich nötig ist, hängt natürlich von der Unternehmensgrösse ab und teilweise auch von den bespielten Kanälen. Eine kleine Werbeagentur, bestehend aus einem Geschäftsführer, zwei Designern und zwei Werbetextern, von denen einer den Unternehmensblog nebenbei betreut, benötigt natürlich keinen CCO und auch keinen leitenden Redakteur.

Auch bei einem grösseren Unternehmen ist z.B. kein eigener CLO erforderlich, wenn es allein einen Unternehmensblog gibt, auf dem nur fünf Kommentare pro Jahr abgegeben werden. Diese Arbeit kann besser von den Blog-Betreuern (also den Content-Writern) erledigt werden. Auf diese Weise müssen die genannten Stellen je nach Bedarf ausgefüllt werden.

 

Oberstes Bild: © Rido – Shutterstock.com

Über Markus Haller

Diplomphysiker im technischen Vertrieb mit Leidenschaft für's Schreiben.
Die Themen dürfen ruhig weit gesteckt sein: Von Archäologie und Kulturanalyse über Naturwissenschaft und Technik hin zum eCommerce und Content-Marketing.

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