Neuer Blickwinkel: 5 Tipps für bessere Texte



In unserer aktuellen Online-Umfrage möchten wir wissen, welche Texte aus dem Bereich Praxistipps für Sie am hilfreichsten waren. Der erste Nutzer fand den Text vom 22.10.2014 am nützlichsten (Was genau macht hochwertigen Content aus?).

Gerne greifen wir diesen Faden wieder auf und haben im vorliegenden Artikel ein paar weitere, subtilere Tipps zusammengestellt, mit denen sich Ihre Texte positiv von anderen Ausarbeitungen absetzen können. Wenn Sie auch mitentscheiden möchten, über welche Themen wir schreiben, nehmen Sie einfach an der aktuellen Umfrage teil.

Solide Basis muss stehen – erst dann können Details überzeugen

Die wichtigste Aufgabe beim Verfassen eines guten Textes ist es, ein klares Konzept zu formulieren. So können die Gedanken geordnet und auf eine oder ein paar wenige Kernbotschaften verdichtet werden, was dem Text den unbedingt notwendigen roten Faden verleiht.

Dieser Punkt ist für die Nachhaltigkeit eines Textes wichtig. Wenn ein Leser nicht schnell merkt, welche Botschaft der Text vermitteln möchte, wird er entweder nur noch oberflächlich weiterlesen, bis er einen interessanten Punkt bemerkt oder – wenn der Leser wirklich interessiert ist – er versucht, sich mehr oder weniger jedes Wort zu merken, in der Hoffnung, so doch noch irgendeinen roten Faden zu entdecken. Beide Möglichkeiten möchte man seinem Publikum eigentlich ersparen, weshalb eine gute Artikelstruktur mit einer Kernbotschaft als Standard angesehen werden sollte.

Wie kann man diesen Standard noch weiter optimieren?

Es gibt viele Methoden, wie ein solider Text weiter verbessert werden kann. Vor allem im Bereich Sprache und Grammatik gibt es in der Regel viel Potential, um Ecken und Kanten abzuschleifen, sodass ein Text seine Botschaft am Ende deutlich klarer und pointierter an den Leser vermittelt:

Es gibt viele Methoden, wie ein Text verbessert werden kann. Vor allem mit der Sprache und Grammatik lassen sich Ecken und Kanten abschleifen.

  • Setzen Sie öfters auf die aktive Form: So kommen Sie mit weniger Wörtern aus und Ihr Text liest sich insgesamt flüssiger, als es mit vielen Passivkonstruktionen der Fall wäre. Beispiel: „Texte lassen sich durch die Verwendung des Aktivs verbessern“ (8 Wörter, 55 Zeichen) ist länger als „Die Verwendung des Aktivs verbessert Texte“ (6 Wörter, 41 Zeichen).
  • Prüfen Sie Ihre Sätze auf Einschübe: Manchmal setzt man als Autor, ob bewusst oder nun unbewusst, viele Nebensätze, Appositionen und Aufzählungen, die vielleicht die eigenen Gedanken widerspiegeln, aber letztlich für die Leser anstrengend sind. Solche Sätze müssen in zwei Sätze aufgespalten oder sprachlich „entrümpelt“ werden.

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Texte noch einmal unter einem anderen Blickwinkel zu lesen und zu korrigieren, lohnt sich sehr (Bild: © Monkey Business Images – Shutterstock.com).


  • Das Verb nach vorne ziehen: Die deutsche Sprache hat die Eigenart, dass zum einen das Verb meist am Ende eines Satzes steht und dass zum anderen gerade auf das Verb ein sehr hoher sinngebender Anteil entfällt. Die Bedeutung eines Satzes erschliesst sich damit erst, wenn das Verb gefallen ist – also relativ spät. In manchen Fällen bietet sich die Chance, ein Verb auch früher zu setzen, z. B. vor einem Nebensatz anstatt danach. Leser werden Autoren dankbar sein, wenn sie nach diesen Gelegenheiten Ausschau halten und sie nutzen. Ein Beispiel: „Das Einstellen eines Journalisten ist ein Weg, wie Ihr Content aus dem Meer von seichten Werken, die nach dem Motto „Der erste Gedanke ist der beste Gedanke“ erstellt werden, herausstechen kann.“ Hier wurde der Gedankengang aus Teil 1 des Satzes erst ganz zum Schluss zu Ende geführt. Es geht aber auch anders: „Das Einstellen eines Journalisten ist ein Weg, wie Ihr Content aus dem Meer von seichten Werken herausstechen kann, die nach dem Motto „Der erste Gedanke ist der beste Gedanke“ erstellt werden.“ Der Gedanke ist auf diese Weise bereits vor dem letzten Nebensatz zu Ende geführt.
  • Passen die Adjektive/Attribute wirklich zu den Nomen? Das ist nur eine Kleinigkeit, die Lesern vielleicht nicht einmal aktiv auffällt, aber sie kann einen Text unterbewusst „unrund“ erscheinen lassen. Beispielsweise versteht jeder den Satz „Die Verwendung anderer Komponenten führt zu einer höheren Lebenszeit des Verschleissteils“. Lebenszeiten sind aber nicht höher und tiefer, sondern kürzer und länger. Auf diese Weise können Sie Ihre Texte gezielt untersuchen – wenn dabei drei Korrekturen herauskommen, hat sich der Text insgesamt spürbar verbessert.
  • Haben Sie wirklich das gesagt, was Sie sagen wollen? Manchmal kann es passieren, dass ein Satz zwar die gewünschte Botschaft enthält, aber der Schwerpunkt doch auf einer anderen Aussage liegt. Der Satz ist dann nicht pointiert genug geschrieben. Um solche Dinge erkennen zu können, lohnt sich der Tipp aus Isla McKetta Text „The Art of concision“: Geben Sie Ihrem Text ein paar Tage Zeit zum Atmen und lesen Sie ihn danach noch einmal Korrektur. Sehr oft hilft auch ein fremdes Augenpaar zum Aufspüren und Verbessern solcher Sätze.

Diese 5 Tipps können dafür sorgen, dass sich ein Text positiv von anderen guten Texten abhebt. Perfekte Details können ein unzureichendes Textfundament natürlich nicht kompensieren. Darum macht es erst dann Sinn, sich mit diesen Feinheiten zu befassen, wenn eine solide Textstruktur vorliegt, wie sie z. B. von Isla McKetta zusammengetragen wurde.

 

Oberstes Bild: © Rudchenko Liliia – Shutterstock.com

Über Markus Haller

Diplomphysiker im technischen Vertrieb mit Leidenschaft für's Schreiben.
Die Themen dürfen ruhig weit gesteckt sein: Von Archäologie und Kulturanalyse über Naturwissenschaft und Technik hin zum eCommerce und Content-Marketing.

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