Pandas, Pinguine und Kolibris – ein Besuch im Google Zoo



Wer an SEO denkt, kommt in der Regel an Google nicht vorbei. Doch der Kampf um die Spitzenpositionen im Ranking ist hart und wer es in die oberen Plätze geschafft hat, muss die fortlaufenden Änderungen der Suchalgorithmen im Blick haben, um die Position nicht wieder einzubüssen.

In diesem Zweiteiler geben wir einen Überblick zu einigen Google-Updates, deren Namen Ihnen vermutlich häufiger begegnen werden.

Google ist eindeutig die Suchmaschine Nummer eins. Einer Erhebung der Statista GmbH zufolge viel im März 2013 ein Anteil von ca. 70 Prozent aller weltweiten Suchmaschinenanfragen auf Google. Im deutschsprachigen Raum sind es sogar noch weit mehr. Aus einer Infografik des Beratungsunternehmens Blueglass geht hervor, dass im Jahr 2013 gute 93 Prozent der Suchmaschinennutzer aus der Schweiz auf Google zurückgriffen. Ähnlich ist es in Deutschland: Im März 2014 waren es gute 91 Prozent.

Eine nicht zu verachtende Ausnahme bildet allerdings Russland. Im Land mit dem grössten Online-Markt (ca. 70 Mio. Internetnutzer) steht Yandex an erster Stelle der meistgenutzten Suchmaschinen mit einem Marktanteil von ungefähr 62 Prozent, während Google.ru hier nur auf einem ungewohnten zweiten Platz rangiert. Wer also nicht gerade auf dem russischen Markt SEO-Ziele verfolgt, investiert richtigerweise einen Teil seiner Zeit darauf, die stetigen Veränderungen an Googles Suchalgorithmus zu verfolgen und darauf zu reagieren.

Ein steter Wandel

Google wird stetig weiterentwickelt. Grössere Änderungen an der Google-Logik können dazu führen, dass eine Seite in der Reihenfolge der aufgelisteten Suchergebnisse nach oben oder nach unten rutscht, ohne das der Betreiber dieser Seite etwas getan hätte. Wer Zeit und Geld in eine gute Platzierung bei Google investiert, möchte natürlich erfahren, in welche Richtung sich die Suchmaschine entwickelt. Die Auswirkungen eines Updates im Detail vorauszusagen ist allerdings nicht möglich, da die Funktionsweise der Such- und Filteralgorithmen nicht veröffentlicht wird. Google kommuniziert aber offen die Richtung, in die man sich durch die Updates bewegen möchte. Generell gilt: Wer bei Googles Suchergebnissen weit vorne auftauchen möchte, soll den Nutzern seiner Website einen Mehrwert bieten – vor allem durch guten Content und durch einen übersichtlichen Seitenaufbau. Wer dieses Ziel verfolgt, wird in der Regel von Google belohnt.

Neben dieser groben Richtung lassen sich einzelne Update-Familien ausmachen, deren Auswirkungen auf gewisse Bereiche eingeschränkt sind. Mit dieser Eingrenzung erhält man eine ungefähre Vorstellung, mit welchen Änderung beim nächsten Update zu rechnen ist. Dazu können Informationen von Google und Erfahrungswerte von SEO-Agenturen genutzt werden.


Suchmaschinennutzung in der Schweiz (Bild: blueglass.ch)

Suchmaschinennutzung in der Schweiz (Bild: Ausschnitt aus Infografik, Urheber: blueglass.ch)


Auswahl einiger Google Updates der letzten Zeit

Einige der letzten Updates waren das Hummingbird Update im August 2013, Pinguin (2.1) im Oktober 2013, das Fork Update im Janur 2014, das Page Layout Update im Februar 2014 und das Panda (4.0) Update im Mai 2014. Einige von diesen werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Das Hummingbird Update sollte eine Bewertung der Content-Qualität ermöglichen, die sich auch im Ranking der Suchergebnisse niederschlägt. Hier wurde von Methoden zur Analyse der Wortfolgen sowie deren Bewertung auf Natürlichkeit berichtet. Beispielsweise wird „Der Baum ist grün“ als natürlich gewertet, während „Baum ist der grün“ als unnatürlich bewertet wird. Die SEO-Agentur Searchengineland schrieb, dass es neben der Content-Qualität (Natürliche Wortwahl, keine künstlichen Einschübe von Keywords, keine Kopien von anderer Stelle) auch auf einen guten Aufbau der Website ankomme. Eine übersichtliche Link-Architektur, die den Nutzer schnell dorthin führe, wo er hin wolle, sei ein Muss. Ebenso Weboptimierte Bilder und schnelles Laden der Seiten. Nicht nur der Content soll auf Mehrwert für den Nutzer ausgelegt sein, sondern auch die Struktur und Performance der Website.

Der Page Layout Algorithmus wurde zum ersten Mal Anfang 2012 von Google eingeführt und berücksichtigt für die Seitenplatzierung das Verhältnis von Werbung und Inhalt einer Seite. Enthält eine Seite einen übermässig hohen Anteil an Werbung, kann sie von Google mit einer geringeren Platzierung abgestraft werden. Wie der Googlemitarbeiter Matt Cutts sagte, würden aber nur Seiten mit weit überdurchschnittlichem Platz für Werbeflächen davon betroffen sein. Die Wirkung von Page Layout Updates betrifft daher nur einen sehr kleinen Anteil von Websites.

Das Panda Update hatte in der Vergangenheit einen relativ hohen Wirkradius. Das SEO-Beratungsunternehmen Sistrix berichtete unter Berufung auf Google von einer Beeinflussung von 12 Prozent aller englischsprachigen Suchanfragen und 6-9 Prozent aller übringen Sprachen. Hierbei handelt es sich um Änderungen, die direkten Einfluss auf die Reihenfolge der angezeigten Suchergebnisse nehmen. Mit den Worten von Sistrix „Das Google Panda Update setzt demnach die Berechnungsgrundlage (Filter) für qualitativ hochwertige bzw. minderwertige Webseiten (und deren Inhalten).“ Dabei bewertet Panda die gesamte Website und nicht nur einzelne Unterseiten.

In der Vergangenheit belohnte Panda Websites, die

  • über viel originalen Content verfügen
  • eine hohe Anzahl hochwertiger Backlinks aufweisen
  • geringe bouncing rates aufweisen

Vermieden werden sollte

  • die Verwendung derselben Inhalte und Links auf verschiedenen Unterseiten
  • geringer Verweildauer der Seitenbesucher (z.B. durch lange Ladezeiten oder Unübersichtlichkeit)
  • unnatürliche Häufigkeit bestimmter Keywords

Zusammenfassung

  • Google belohnt Inhalte mit Mehrwert und eine nutzerfreundliche Struktur der Website
  • Die Wirkungsweise einzelner Updates lässt sich anhand der zugehörigen Update-Familie grob abschätzen
  • Page Layout Updates belohnen ein ausgewogenes Verhältnis von Werbung zu Inhalt sowie eine übersichtliche Trennung von Werbung und Inhalten
  • Das Hummingbird Update bewertet die Natürlichkeit und Qualität von Inhalten
  • Das Panda Update zielt auf die Website als Ganzes ab (berücksichtigt Verweildauern, originalen Content, Backlinks usw.)

 

Oberstes Bild: © Michael Stifter – Fotolia.com

Über Markus Haller

Diplomphysiker im technischen Vertrieb mit Leidenschaft für's Schreiben.
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