Unternehmen in Wikipedia: Wie lässt sich Streit mit der Community vorbeugen?



Wikipedia ist eines der weltweit grössten Community-Projekte mit allein in Deutschland etwa 3,7 Millionen angemeldeten Benutzern. Dass es hier bei unterschiedlichen Ansichten schnell zu Streit kommen kann, ist verständlich – dies gilt auch für Unternehmen, die an ihrem Artikel mitschreiben.

Die Wikipedia-Experten von Aufgesang und Sucomo klären auf, wie Unternehmen eine Eskalation bei Meinungsverschiedenheiten vermeiden.

„In Wikipedia kann schlimmer Streit entstehen, der es manchmal sogar bis in die Medien schafft, wie der Streit um die Eine-Armlänge-Abstand-Äusserung von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker nach den Silvesternachts-Übergriffen 2015“, erklärt Peter Montag, Wikipedia-Experte der PR-Agentur Aufgesang. „Wikipedia-Autoren machten ihrem Ärger auch schon mit 1-Euro-Spenden Luft – teils mit falschen Bankverbindungsdaten für das Lastschriftverfahren.“

Verhaltenskodizes beachten – Handlungsoptionen kennen

Markus Franz, Geschäftsführer der PR-Agentur Sucomo, führt dazu aus: „Um Streit zu vermeiden, wurden Relevanzkriterien für die Online-Enzyklopädie samt Verhaltensempfehlungen entwickelt. Zu letzteren zählen insbesondere die Wikiquette und der Kritik-Knigge. Unternehmen sollten sich mit den Empfehlungen unbedingt vertraut machen und sich strikt daranhalten, dann ist der Erstehung von Streit gut vorgebeugt.“ Essenziell sind Respekt und Sachlichkeit bei Kritik – getragen von der Annahme, dass jeden Autor ‚gute Absichten‘ leiten. Darüber hinaus ist es wichtig, Änderungen oder das Rückgängigmachen von Änderungen immer auch zu begründen.“

Sollte es dennoch zum Dissens mit einem anderen Benutzer kommen, lässt sich dieser am besten auf dessen Diskussionsseite klären. Bei umfangreicheren Überarbeitungen empfiehlt es sich ohnehin, Kontakt zum (bisherigen) Hauptautor aufzunehmen. Wenn der Austausch nicht zur Klärung führt, bestehen weitere Optionen darin, eine dritte Meinung einzuholen, einen Mediator hinzuziehen und den Vermittlungsausschuss anzurufen. „Wem diese Handlungsoptionen bekannt sind und sie vor Augen hat, reagiert gelassener auf Differenzen“, sind Montag und Franz überzeugt.

TIPP: Weniger Öffentlichkeit über alternative, weniger offene Kommunikationsmittel, beispielsweise via Wikipedia-E-Mail, kann eine Konfliktlösung manchmal erleichtern.

Rat und Unterstützung zu allen Fragen rund um die Wikipedia bietet ein kostenloser Leitfaden.

 

Quelle: Aufgesang
Titelbild: Symbolbild © Burdun Iliya – shutterstock.com