Voice Search – die Bedeutung der Sprachsuche für die Contenterstellung

Die Art der Suche im Internet hat sich durch die Verwendung sprachgesteuerter Geräte wie Smartphones und Tablets geändert. Immer mehr Nutzer verwenden die Sprachsuche, um nach Inhalten im Netz zu suchen.

Der folgende Artikel zeigt, wie Content im Hinblick auf die Voice Search am besten aufbereitet wird und wie Seitenbetreiber ihre Marketingstrategie effektiv anpassen.

Durch den technologischen Fortschritt wird die Voice Search immer beliebter. Einer Studie von UpCity aus dem Jahr 2022 zufolge nutzen US-Amerikaner im Alter zwischen 25 und 34 Jahren täglich eine Sprachsuche, die über 55-jährigen verwendeten die Voice Search im Schnitt einmal die Woche. Dabei suchten User vorwiegend nach Informationen zum Wetter, lokalen Angeboten und Dienstleistern und erkundigten sich nach Nachrichten.

Der Hintergrund der Sprachsuche

In den 60er Jahren gab es bereits Forschungen zu Sprach- und Texterkennung. Unter anderem entwickelte der Informatiker Joseph Weizenbaum am Massachusetts Institute of Technology eine Texterkennungssoftware namens ELIZA. Damals galt das Programm als Meilenstein auf dem Weg zur künstlichen Intelligenz. In den folgenden Jahren wurde die Technologie ständig weiterentwickelt und verbessert.

Die erste Sprachsuche, so wie wir sie heute kennen, wurde von Google im Jahr 2011 vorgestellt. Zunächst war das Tool lediglich für Google und auf Englisch verfügbar. Ein Jahr später stellte Apple dann die Sprachassistentin Siri vor. Seitdem wurde die Voice Search ständig weiterentwickelt und moderne Smartphones oder Tablets kommen nicht mehr ohne die Sprachsuche aus.

Wie funktioniert die Sprachsuche?

Der Prozess der Sprachsuche setzt sich aus verschiedenen Schritten zusammen:

  • Die Aktivierung des Systems und die Aufnahme der Anfrage. Der Nutzer sagt beispielsweise „Hey Siri“, „OK Google“ oder „Alexa“ – je nachdem welches Gerät verwendet wird um die Spracherkennung zu starten.
  • Nun nimmt das Gerät die Anfrage auf und wandelt diese in Text um. Dabei kommen Algorithmen zum Einsatz, die unter anderem die Schallwellen der Worte analysieren und versuchen, die Sprache in verständliche Worte zu übersetzen. Basis für die Sprachsuche ist NLP, National Language Proceessing, eine Technik, die bereits seit den 50er Jahren erforscht wird.
  • Im nächsten Schritt erfasst das Gerät den Sinn der Anfrage, indem es die Worte interpretiert.
  • Handelt es sich um eine Suchanfrage, wird diese an eine Suchmaschine, die auf dem Gerät verfügbar ist, weitergeleitet.
  • Die Suchmaschine sucht nach relevanten Informationen und gibt die entsprechenden Ergebnisse über die Sprachausgabe aus.

Welche Vorteile bietet die Sprachsuche?

Nutzer suchen über die Sprachsuche anders als wenn sie ihre Frage eintippen. Eine Sprachsuche ist in der Regel länger und die Sprache ist natürlicher. Die Anfrage ähnelt einer Konversation.

Das Suchen per Sprache geht mit verschiedenen Vorteilen einher:

  • Für den User ist die Sprachsuche schneller und bequemer und vor allem von unterwegs aus kann so leichter gesucht werden.
  • Die Suchergebnisse sind persönlicher und können stärker auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden, da die Sprachassistenten der Geräte bei den Antworten auch frühere Useranfragen berücksichtigen.
  • Gleichzeitig zu ihrer Suche können User eine andere Tätigkeit ausführen, da es nicht erforderlich ist, das Gerät für die Suche in die Hand zu nehmen.
  • Für Menschen mit einer Sehschwäche oder eingeschränkten motorischen Fähigkeiten ist die Sprachsuche deutlich einfacher als das Tippen.

Vor allem die mobile Sprachsuche von unterwegs aus ist beliebt. (Bild: Antonio Guillem – shutterstock.com)

Auch für Webseitenbetreiber bietet Voice Search Vorteile:

  • User nutzen die Sprachsuche vor allem für lokale Suchanfragen, dadurch haben Unternehmen die Möglichkeit relevante Informationen zu übermitteln. Gerade für Restaurants oder lokale Dienstleister ist das eine gute Möglichkeit, den eigenen Internetauftritt zu stärken.
  • Es bieten sich gute Ansatzmöglichkeiten für individuelle Werbemassnahmen, die direkt auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden können.

Wie sollte die Webseite für Voice Search optimiert werden?

Bei der Voice Search sind Nutzer auf der Suche nach Antworten auf konkrete Fragen. Wichtig ist also, dass die Webseite entsprechende Antworten liefert. Der Seitenbetreiber macht sich also Gedanken darüber, welche Fragen Nutzer zu seinem Produkt oder seiner Dienstleistung stellen könnten und welche Keywords die Sprachsuche beinhaltet. Diese Fragen sollten dann auf der Webseite beantwortet werden. Eine gute Idee ist es, die Fragen in den Überschriften zu verwenden.


Bei der Webseitenerstellung sollte auch die Sprachsuche berücksichtigt werden. (Bild: Rawpixel.com – shutterstock.com)

Hilfreich kann eine FAQ-Seite sein, in der immer wiederkehrende Fragen gelistet werden. Für die Sprachsuche sind diese Inhalte sehr relevant und die Chancen für ein gutes Ranking steigen.

Bei der Contenterstellung sollten Seitenbetreiber Longtail-Keywords berücksichtigen. Im Vergleich zu kurzen Keywords werden die längeren Formate weniger genutzt, was sich positiv auf das Ranking auswirken kann. Zu bedenken ist auch, dass die meisten Nutzer nach einer ersten Suche ihre Anfrage verfeinern oder erweitern und im zweiten Schritt längere Suchanfragen verwenden.

Auch die sogenannten Featured Snippets spielen bei der Sprachsuche eine wesentliche Rolle. Die Sprachassistenten ziehen Antworten vor allem aus diesen kurzen Textschnipseln, daher sollten diese bei der Contenterstellung im Fokus stehen.

 

Titelbild: LALAKA – shutterstock.com

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